Kindheit war schon immer ein gefährlicher Ort, selten verlässt ihn jemand unbeschadet.” 

Dieser Satz auf dem Klappentext war der Auslöser, dass ich mir die Biografie von Katharina Ohana kaufte und innerhalb weniger Stunden durchlas. Die Geschichte handelt von einem sensiblen und dennoch starken Mädchen, welches mit einer manisch-depressiven Mutter und einem zurückgezogenen Vater aufwuchs.

Beide Elternteile konnten k-ohanawegen eigener Verstrickungen miteinander und der Kriegsvergangenheit derer Eltern ihren drei Töchtern weder Sicherheit, Liebe noch Selbstwert vermitteln.

Die Autorin lässt uns teilhaben an ihren ambivalenten Gefühlen zur Mutter, den pubertären Erlebnissen auf der Klosterschule und an der schuldbeladenen Stimmung in den Achtzigern. Sie schreibt sehr ehrlich und authentisch und mit einer großen Wortgewandtheit, sodass die Geschichte trotz ihrer Ernsthaftigkeit angenehm und unaufdringlich zu lesen ist. Das Buch ist ein Auszug aus einem intimen Lebenslauf und zeigt auf, wie mit Hilfe psychologischer Unterstützung ein Weg in ein “normales” Leben geebnet werden kann.

Die Biografie ist weder eine Anklage noch eine Abrechnung. Sie ist ein erzähltes Fotoalbum einer scheinbar gut bürgerlichen und glücklichen Familie. Katharina Ohana dreht für uns die Fotos um und lässt uns die Randnotizen einer lieblosen, demütigenden und zerstörten Kindheit und Jugend lesen.

Erschienen 2006 im Nymphenburger Verlag.

Gelesen Februar 2014
Wertung: 4/5 Sterne
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