„Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise.“ 

Dieser berühmte erste Satz sowie die gesamte Geschichte von Anna Karenina sind weltbekannt.

Über den Inhalt des Romans wurde schon viel geschrieben. Und zu Recht ist er meiner Meinung ein –ja fast schon- Jahrtausendwerk. In Leo Tolstois Erzählung aus dem 19. Jahrhundert geht es um mehrere glückliche und unglückliche Liebesgeschichten, welche auf 1127 Seiten alle miteinander verwoben sind.

Zum Beispiel die durch eine Affäre bedrohte Ehe von Annas Bruder Stepan und dessen Frau Dolly. Die glückliche Eheschließung von Dollys Schwester Kitty und Lewin. Und die Haupterzählung von Anna Karenina, die aus ihrer unglücklichen und lieblosen Ehe zu Alexej Karenin, in die Arme von Graf Wronski flieht.

Hin und her gerissen aus Liebe zu ihrem Sohn mit Karenin und der großen leidenschaftlichen Liebe zu Wronski zerbricht Anna innerhalb weniger Jahre an ihrem selbst auferlegtem Schuldgefühl. Aus der russischen oberen Gesellschaft ausgestoßen, zieht sich Wronski mit der Liebe seines Lebens aufs Land zurück. Das Liebespaar bekommt eine Tochter zusammen, welche jedoch nach Recht die Tochter von Karenin ist, da er sich nicht scheiden lassen will. Getrieben von blinder Eifersucht und Zerrissenheit beendet Anna ihr Leben tragisch dort, wo die Liebe zu Wronski einst begann. Trotz aller Verfehlungen die Anna begeht, schreibt Tolstoi bis zum Schluss voller Zuneigung über sie. Ist es doch ein psychologisches Werk und kein moralisches.

Lieblingssätze:

Wronski: „Wissen Sie denn nicht, dass Sie für mich das ganze Leben sind; doch Ruhe kenne ich nicht und kann ich Ihnen nicht geben. Mich ganz und gar, Liebe – ja. … Sie und ich sind für mich eins.“

Anna: „Und wo die Liebe endet, da beginnt der Hass.“

Dolly: „Wenn man verzeiht, dann ganz.“

Zitat: „Sie löschte vorsätzlich das Licht in den Augen, doch es leuchtete gegen ihren Willen im kaum merklichen Lächeln.“

Fazit: Leo Tolstois Anna Karenina – egal ob per Film, Hörbuch oder Buch ist für mich persönlich fest mit der Winterzeit verankert. Für mich gehört dieser Roman zur kalten Jahreszeit dazu, genauso wie eine Tasse Tee, Kerzen und warme Decken. Die Übersetzung von Rosemarie Tietze ist ein wunderbares Werk und ich liebe es durch die, über eintausend qualitativ hochwertigen, Seiten zu blättern und darin meine Lieblingsstellen immer wieder zu lesen.

Dostojewski sagte über dieses Buch: „Kein Roman hat die Frage nach dem richtigen Leben eindringlicher gestellt als dieses unvergessliche Werk.“

Ich kenne keinen Zweiten! Absolute Empfehlung. Auch als Geschenkidee für Bibliophile zu Weihnachten.

  • Roman
  • Übersetzung von Rosemarie Tietze erschienen im Carl Hanser Verlag 2009
  • Wertung: 5/5 Sterne

Advertisements