„Wozu auch reden, mit Worten kann man nicht alles sagen.“

„Die schönste Liebesgeschichte der Welt.“ Louis Aragon

Aitmatov versetzt den Leser mit seiner bekanntesten Geschichte in den kriegerischen Sommer 1943 in die kirgisische Steppe.

Erzählt wird sie von Said, dem 15-jährigen Schwager von Dshamilja, der selbst in die junge Frau verliebt ist, wie ein Teenager nun mal ein älteres Mädchen anhimmelt. Und er erzählt so andächtig leise und bezaubernd über seine Heimat und die Liebe.

Während Dshamiljas Ehemann noch an der Front kämpft, lebt und arbeitet Dshamilja bei der frisch angeheirateten Schwiegerfamilie in einem kleinen Dorf in Kasachstan. Bei den schweren Landarbeiten lernt sie Danijar, einen leicht verletzten Frontrückkehrer kennen und lieben. Durch Said beobachtet der Leser, ohne moralische Vorwürfe, die Entstehung einer großen Liebe zwischen einem jungen Paar, welches nicht zusammen sein darf. Diese heimliche Liebe ist eingebettet in wundervollen Bildern der malerischen Landschaft der Steppe und der für den Krieg hart arbeitenden Landsleute.

„…. es war eine andere, alles umfassende Liebe zum Leben und zur Erde.“

„Die stille Augustnacht hörte ihm zu wie verzaubert.“

Dshamilja: „Ich gebe dich nicht her, Liebster, niemanden gebe ich dich! Ich liebe dich schon so lange. Noch bevor ich dich kannte, habe ich dich geliebt und auf dich gewartet, und du bist gekommen, als hättest du gewusst, dass ich auf dich warte!“

Zitat: „Wozu auch reden, mit Worten kann man nicht alles sagen.“

Fazit: Diese „schönste Liebesgeschichte der Welt“ erzählt in meinen Augen nicht nur die zaghaft aufkeimende Liebe zwischen dem jungen heimlichen Paar, sondern ist auch der poetische Ausdruck der Liebe zu einer Heimat und zur Ursprünglichkeit der Natur. Ob es sich nun tatsächlich um die schönste Liebesgeschichte der Welt handelt, wie Aragon sagt, sei dem Leser selbst überlassen. Auf jeden Fall ist dieses literarische Juwel etwas fürs Herz und für die Seele zum Träumen.

Wertung: 5/5 Sterne

Gelesen: Silvester 2016/2017

 

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