Der SUB meiner 8 – die nicht lesen will

Über die Lese Motivation & Traumvorstellungen

Als ich vor kurzem wieder mal vor meinem Bücherregal „meditierte“  (per meine Definition: minutenlang drauf starren und mich von Buchrücken zu Buchrücken hangeln und daran erfreuen und entspannen) fiel mir auf, dass in den beiden Regalfächern meiner Tochter ein ähnlich großer SUB angewachsen war wie bei mir.

Mein SUB zählt aktuell acht Bücher und der meiner Tochter bereits neun. Also eigentlich teilen wir uns Walter Moers Prinzessin Insomnia – also sind es für jeder von uns „8,5 Bücher“.

Bloß der Unterschied zu meinem SUB ist, dass meine Tochter einen größeren Druck hat zum Lesen, denn es sind ein paar Bibliotheksbücher dabei. Dazu kommt, dass sie nicht wirklich so gerne liest wie ich. Sie teilt zwar meine Liebe zu Büchern, aber das Lesen ist ihr in der zweiten Klasse (noch) zu anstrengend. Sie kann sich schlecht konzentrieren und lässt sich noch nicht von den Geschichten mitreisen.

Meine Motivation ist hoch, dies zu ändern und bin daher immer auf der Suche nach DEM Buch für meine Tochter.

Sie hat sich alle Bücher selbst ausgesucht. Angelockt vom tollen Cover und Titel griff sie in der Bibliothek in das Regal Alter: 10-13. Also hochambitioniert. Ich hatte dies unterstützt, da ich dachte: „Das ist toll, dass liest sie bestimmt.“

Und toll sind die Geschichten auch: denn ICH habe sie gelesen.

Meinte Tochter verlor schnell das Interesse daran, da die Altersangabe tatsächlich stimmte. Für Achtjährige waren die Begriffe zu schwierig und viele Worter unbekannt. Oft kam: „Was heißt das? Was bedeutet das?“ Ich erkläre herzlich gerne, aber bei 2 Wörtern pro Satz hatte auch ich keine Lust mehr ihr vorzulesen. Also entspannte ich mich, legte die Bücher zur Seite – nämlich auf meinen SUB – und nahm mir vor bei Gefallen, die Bücher zu kaufen, wenn sie 10+ ist. Vorher machte es keinen Sinn.

Hier meine zwei Lieblinge aus der Bibliothek:

Das Mädchen, das den Mond trank

Der Clan der Wölfe

 

Mein Favorit: magisch, lustig und ernst zugleich * Das Mädchen, das den  Mond trank

Klappentext Im Sternenlicht liegt natürlich Magie. Das ist allgemein bekannt.
Aber Mondlicht: Das ist eine ganz andere Geschichte. Mondlicht ist pure Magie.
Das weiß jeder.

Diese Geschichte erzählt von einer Hexe, von der alle glauben, sie sei böse, einem kleinen Mädchen, das die Hexe bezaubert, einem sechsarmigen Sumpfmonster, das Gedichte liebt, von einem wahrhaft winzigen Drachen und einem jungen Mann, der sich aufmacht, die Hexe zu töten.

Jedes Jahr lassen die Bürger des Protektorats ihr jüngstes Kind im Wald zurück – als Opfergabe zum Schutz vor der bösen Hexe. Jedes Jahr rettet die Hexe Xan die ausgesetzten Kinder, denn sie ist gar nicht böse.
Dieses Jahr jedoch ist alles anders. Xan gibt dem ausgesetzten kleinen Mädchen aus Versehen Mondlicht zu trinken. Doch Mondlicht ist pure Magie! Und so wächst in dem Kind, genannt Luna, große Macht heran … Wird sie diese Macht für das Gute einsetzen und die Stadt, die sie einst opferte, von ihrem grausamen Schicksal befreien?

Eine fantasievolle Geschichte. Ein Märchen für Groß und Klein. Es geht um Ängste und Mut diese zu überwinden. An etwas zu glauben und dafür zu kämpfen.

„Nur weil du etwas nicht siehst, heißt das nicht, dass es nicht da ist. Ein paar der wunderbarsten Dinge auf dieser Welt sind unsichtbar. Und wenn man Vertrauen in das Unsichtbare hat, wird es nur noch wunderbarer und mächtiger.“ S. 211

Luna und die Hexe Xan, sowie die komplette Familie bestehend aus dem kleinen Drachen und liebevollen Sumpfmonster, schließt man schnell ins Herz. Die Autorin Kelly Barnhill schreibt poetisch und bilderreich und nimmt den Leser mit auf die magische Reise. Auch wenn es Zwischendrin ab und zu mal springt und verwirrend wird. Daher meine Altersempfehlung ab 10. Die Geschichte könnte zum Teil schon für Jüngere sein, aber dann sollte ein Erwachsener sie frei erzählen und ein paar Einzelheiten weglassen.

Wieviele Gefühle hatten Platz in einem einzelnen Herzen? Unendlich viele. So wie das Universum Platz für unendlich viele Sterne hat. S.430

Diesem zauberhaften Buch mit dem wunderschönen Cover gebe ich 4 von 5 Sternen. Und einen dicken, magischen Vollmond dazu.

Der Clan der Wölfe * Donnerherz Band 1

Klappentext In einer eisigen Winternacht wird der Wolf Faolan geboren, doch sein Schicksal scheint bereits besiegelt: Er hat eine verdrehte Pranke und wird deshalb ausgesetzt. So verlangt es das Gesetz der Wölfe. Aber Faolan hat Glück. Die Grizzlybären Donnerherz rettet ihn und zieht ihn auf. Als Donnerherz spurlos verschwindet, macht sich Faolan auf, zum sie in den Frostlanden zu suchen. Noch ahnt er nicht, dass ihn dort ein Feind erwartet, der schlimmer ist als Kälte und Hunger. Ein Fein, der ihm nach dem Leben trachtet…“

Lauf mit den Wölfen. Erobere die Wildnis. Folge dem Pfad des Clans.

Klingt das nicht wunderschön? Eine traurig-schöne Geschichte über das Wolfsjunge Faolan und seine Ziehmutter die große Bärin Donnerherz. Das Leben in der Wildnis wird sehr bildlich dargestellt. Kinder erfahren in dieser Geschichte, dass der niedliche Schneehase für den Wolfsjungen nicht zum Spielen da ist, sondern um ihn zu jagen und zu fressen. Daher ist dieses Buch tatsächlich auch erst ab 10 Jahren, vorher wirkt die Natur in der Vorstellung eines jüngeren Kindes zu grausam.

„Die Worte fielen in seinen Geist wie Kieselsteine ins Wasser. Die Ringe, die sich an der Oberfläche kräuselten, spiegelten die schreckliche Wahrheit wider. Ich bin die Beute! Die Wölfe hatten sich auf seine Spur gesetzt. S. 243

Wenn ich jetzt in die Gender Falle tappe, würde ich das Buch „Das Mädchen, das den Mond trank.“ den Mädels von 10-14 empfehlen.

Und „Der Clan der Wölfe“ den Jungs ab 10 Jahren.

Für meine Tochter habe ich am Wochenende einen wertvollen Tipp bekommen. Ich werde mich auf der Internetseite www.antolin.de orientieren, welches Buch für welche Klassenstufe geeignet ist. Anatolin ist ein Online Programm zur Leseförderung. Einach den Titel des Buches eingeben und die Einschätzung erfahren. Lieber etwas weiter „unten“ ansetzen und über den Leseerfolg die Lust am Lesen fördern.

Vielleicht ist meine romantische Mutter-Tochter Vorstellung von zwei Leseratten eingekuschelt auf der Couch mit Kakao und Tee doch kein unerfüllbarer Traum.

Habt es fein,

Eure Anne

 

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