Kurt * Sarah Kuttner

Eine Liebeserklärung an die, die gegangen sind, und an die, die bleiben.

Lena hat mit ihrem Freund Kurt ein Haus gekauft. Es scheint, als wäre ihre größte Herausforderung, sich an die neuen Familienverhältnisse zu gewöhnen, daran, dass Brandenburg nun Zuhause sein soll. Doch als der kleine Kurt bei einem Sturz stirbt, bleiben drei Erwachsene zurück, die neu lernen müssen, wie man lebt.

Sarah Kuttner erzählt von einer ganz normalen komplizierten Familie, davon, was sie zusammenhält, wenn das Schlimmste passiert. Sie erzählt von dieser Tragödie direkt und leicht und zugleich mit einer tiefen Ernsthaftigkeit, so einfach und kompliziert, wie nur Sarah Kuttner das kann. (Klappentext)

„Der Frühling kommt erst, nachdem Kurt gegangen ist.“

Beim Kauf des Buches, wusste ich, dass ich bei der Autorin Sarah Kuttner nichts falsch  machen kann. Mängelexemplar (2010) und 180 Grad Meer: Roman (2017) hatten mich schon vollends vom Talent „der Kuttner“ überzeugt.

Über Kurt wird viel gesprochen. Auf Instagram sieht man täglich mindestens fünf Buchvorstellungen und nun reihe ich mich auch noch dazu.

Eins vorweg: ich habe nicht geweint. Und ich habe versucht zu analysieren, weshalb keine Tränen geflossen sind. Das Buch hat alles was eine Tragödie braucht. Liebe, Verlust, Tod, Familie und Kind.

Ich glaube es lag an zwei Dingen, weshalb ich Abstand halten konnte zu der unmöglichsten Vorstellung einer Mutter, wenn das eigene Kind stirbt. Oder wie in diesem Fall die „Bonusmama“.

1: Es ist aus der Perspektive einer Bonusmama geschrieben. Hätte die Autorin das Buch aus Sicht der Mutter geschrieben, hätte ich es vielleicht vor lauter Trauer und Schmerz nicht lesen können.

2. Die Beschreibung des Alltags vor und nach dem Tod des kleinen Kurt. Kurt ist so herzerwärmend und fröhlich. Die Papa-Familie mit Lena auf dem Land ist so herrlich natürlich und unkompliziert. Selbst nach dem Tod muss die Welt sich weiterdrehen und das gelingt nur dank Lena – die den nötigen Abstand hat. Obwohl sie Kurt sehr geliebt hat und nun sehen muss, wie der große Kurt daran zu zerbrechen droht.

„Gewitter. Je bedrohlicher , desto schöner. Ich hoffe, dass es ganzganz schlimm wird.“

Es ist die Gratwanderung zwischen Wahnsinn und Weiterleben. Ganz ohne Kitsch und Klischees. Eine sensitives Buch ohne zu sensibel zu sein.

Was ich auch ganz besonders fand, war die Liebe zu Brandenburg und die Sicht der Dinge auf die Einfachheit. Natur, Stille und Familie. Eigentlich alles was man braucht.

Ein schönes berührendes Buch.